(Gründungsentwurf)

Der Namensgeber dieser Crew ist der im Mai 2012 verstorbene Pirat Eberhard Zastrau. Ihm verdankt die Piratenpartei Deutschlands maßgebliche politische Inhalte. Früher als andere hatte er erkannt, dass die Piratenpartei sich programmatisch allen Herausforderungen an unsere Gesellschaft zu stellen hat. Er hat dies selbst verantwortungsvoll und vorbildlich durch das Entwickeln und Gestalten von Programminhalten zu den verschiedensten Fragen umgesetzt. Sein dabei gelegentlich kantiges, raues Auftreten gegenüber anderen Personen und Meinungen mindert seine Verdienste für die Piratenpartei nicht.

Als sich selbst organisierender Teil innerhalb der Piratenpartei Deutschlands vernetzen wir uns, um gemeinsam programmatische Inhalte zu entwickeln. Unsere inhaltlichen Schwerpunkte sind:

  1. Gestalten und Entwickeln von modernen Programminhalten für die Sozialpolitik und die bessere demokratische Teilhabe
  2. Antifaschismus
  3. Antidiskriminierung
  4. Wir bleiben unserem Parteiprogramm und den beschlossenen Wahlprogrammen verpflichtet. Wir unterstützen unsere Mandatsträger*innen dabei, diese Programmpunkte in den Parlamenten umzusetzen. Das programmatische Profil kann sich dabei nur nach vorne weiterentwickeln. Ein Zurück zu 2006 oder 2009 gibt es nicht.

Unsere internen und externen Prozesse sind bestimmt von den traditionellen Werten der Piratenpartei wie Offenheit, Toleranz und möglichst direkter Demokratie. Wir wollen bisher vielfach gemachte Kommunikationsfehler vermeiden und tragen damit den Erfahrungen innerhalb der Piratenpartei Rechnung. Wir lehnen verbale und körperliche Gewalt, wo auch immer sie stattfindet, ab. Wir bashen nicht, beteiligen uns nicht an Shitstorms und „trollen“ auch nicht.

Respekt vor anderen Personen und Meinungen sind für uns selbstverständlich. Davon ausgenommen sind Personen oder Inhalte des rechtsextremen Spektrums. Für Nazis ist bei uns selbstverständlich kein Platz!

Wir treten Diskriminierung in jeder Form entgegen – nach innen wie nach außen. Diskriminierungsfreie Räume zu gestalten, ist eine niemals endende Aufgabe, der wir uns entsprechend stellen.

Es entspricht unserem Selbstverständnis als Piraten, dass bei uns alle mitmachen dürfen. Wir wollen vertrauen und gehen dabei davon aus, dass die Mitgliedschaft bei uns gewünscht wird, weil der politische und ethische Konsens vorhanden ist. Wer sich gegen diesen Konsens stellt und/oder durch ihr/sein Verhalten stört, wird durch Mehrheitsbeschluss ausgeschlossen. Dazu werden wir klare Regeln des Miteinanders definieren.

Was uns empört, fordert uns zum Handeln auf. Wir zeigen nicht mit dem Finger auf andere. Stattdessen recherchieren wir umfangreich Fakten, bewerten diese und entwickeln dann Lösungen. Damit wollen wir ein positives „Role­Model“ entwickeln, in dem das konstruktive Miteinander bestimmend sein soll.

Dazu handeln wir nach innen wie nach außen demokratisch. Deshalb nehmen wir uns dafür ausreichend Zeit, damit auch Minderheiten zu Wort kommen und gehört werden.

Hierarchien, die Macht unabhängig von Verantwortung und konkreten Aufgaben delegieren, lehnen wir ab. Bei uns gehen Handeln und Verantwortung Hand in Hand.

Wir installieren ein Beteiligungstool, durch das jedes Crewmitglied eine Stimme bekommt. Zuerst stimmen wir darin über unsere Geschäftsordnung ab. Änderungen an der Geschäftsordnung werden ohne Delegationen abgestimmt.

Wir wissen, dass transparente Strukturen starke Strukturen sind, weil sie Fehler schnell erkennen und korrigieren. Deswegen wollen wir den Grundsatz „Lesen können alle, schreiben nur Crewmitglieder“ für die Kommunikation nach innen und außen bedienen.

Dieser Entwurf für unseren Kodex ist nur ein erster Entwurf, damit eine Grundlage für uns vorhanden ist, die wir fortlaufend weiter entwickeln und verbessern wollen. Über eine verbindliche Fassung dieses Kodex entscheiden wir deshalb erst später.

Im Internet, 1. Oktober 2014

Wolfgang Dudda
Johannes Ponader
Christiane Schinkel
Erich Warnke
Sabine Martiny

Emmanuelle Roser
Sasa Raber

Michael Melter